Berührung....

 

Berührung und Nähe sind Grundbedürfnisse des Menschen!

Bevor wir anfingen alleine, in separaten, abgeschlossenen Wohnungen zu leben, waren wir Teile von Gemeinschaften. Von den Stammesverbänden in der Steinzeit bis hin zur Großfamilie im letzten Jahrhundert lebten wir in Gruppen, die uns Wärme und Geborgenheit aber auch Sicherheit und Schutz gaben. Bei den Naturvölkern ist das heute noch so. Eigentlich sind wir Menschen "Rudeltiere".
 

Berührung und Nähe sind für uns überlebenswichtig! Ohne Nahrung kann ein Mensch eine gewisse Zeit überleben, ohne Körperkontakt und Nähe erfrieren und verhungern wir innerlich! Es fühlt sich innerlich wie abgestorben an, ist aber vielen von uns gar nicht bewusst, da die meisten Menschen ohnehin überwiegend "im Kopf leben". Liebevolle Berührung gibt uns ein Gefühl von Halt und Sicherheit und macht unsere Zellen wieder lebendig. Wir fühlen uns willkommen, angenommen, behütet, geliebt und geborgen.
Es gibt uns ein Gefühl von Nestwärme und Urvertrauen.
Bereits 10 Minuten Hand halten senkt den Blutdruck und reduziert nachgewiesenermaßen Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol. Berührungen erreichen auch Menschen im Koma, sie beruhigen z. B. deren Atmung.

 

Berührung und Geborgenheit waren für uns bereits weit vor der Sprache wichtig - schon im Mutterleib umhüllten uns der Halt und die Wärme der Mutter und waren für unsere Entwicklung überlebenswichtig. Wenn eine Mutter ihr Kind stillt, ihm Wärme gibt, es streichelt, hält und mit ihm schmust, wird das Glückshormon Oxytocin ausgeschüttet. Dieses Hormon reduziert Stress, löst Glücksgefühle aus und verstärkt die Bindung zwischen Mutter und Kind. Das Gleiche passiert, wenn Erwachsene sich gegenseitig in den Arm nehmen, sich berühren oder miteinander kuscheln. Daher wird das Hormon im Volksmund auch „Kuschelhormon“ genannt! Es gibt uns ein Gefühl des Genährtseins, der Zusammengehörigkeit und des Einsseins. Unsere Zellen fühlen sich satt und zufrieden an, sie tanzen vor Glück. 

 

Der Tastsinn ist unser großes Empfindungsorgan. Beim Fötus ist er bereits in der 6. Woche nach der Zeugung entwickelt, während Augen und Ohren noch fehlen. Es ist der erste Sinn, der sich im Mutterleib entwickelt und der letzte Sinn, der noch da ist, wenn wir wieder gehen. Das Spüren ist immer auf Empfang und lässt sich als einziger unser 5 Sinne nicht willentlich abschalten. Wir können die Augen schließen, die Ohren zu halten, fühlen tun wir jedoch immer etwas! Bis auf den Tastsinn sind all unsere Sinne im Kopfbereich angesiedelt. Man könnte sagen, dass das Sehen, Hören, Riechen und Schmecken "im Kopf" stattfindet. Fühlen tun wir jedoch mit unserem ganzen Körper! Unsere Haut ist sehr sensitiv, sie reagiert ganz fein auf Wärme, Kälte, Berührung, Steicheln, Geborgenheit und Halt. 

 

 

 

KUSCHELN
BERÜHRUNG UND NÄHE -

 Wo es (einmal ausnahmsweise) NICHT um Sex geht !! 

 

 

Wenn Du glaubst, dass es bei Berührung zwangsläufig um Sex geht, dann hast Du entweder Angst, dass eine Berührung zu Sex führen könnte oder Du hast Angst, dass sie nicht zu Sex führen könnte!! Dann ziehst Du Dich entweder zurück und schubst den Anderen weg oder Du willst es unbedingt und versuchst den Sex zu bekommen, koste es was es wolle! Ein sehr schmerzhaftes Muster in Beziehungen, so alt wie die Menschheit.... !! Aber nicht besonders hilfreich!!